Nachdenkliches

Es ist ein Schnitter

Die Gedanken sind frei

Vom Truge

Taverne zu Armunia     download (MP3) feat. Sir Fred from Isle of Man an den E-Gitarren

Wenn der letzte Drache fliegt

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 Es ist ein Schnitter

barockes Sterbelied,
gesammelt in „Des Knaben Wunderhorn“ , 1806

em

am

D

H7

Es

ist ein

Schnitter,

der heißt

Tod

G

D

G

Hat

G'walt vom

höchsten

Gott

em

G

am

D

Heut'

wetzt er das

Messer, es

schneidt' schon viel

besser

em

C

D

D

Bald

wird er drein

schneiden, wir

müssen's er

leiden

G

D

em

Hüt' dich, schön's

Blüme

lein.

 

Was heut' noch grün und frisch dasteht,
Wird morgen schon hinweggemäht:
Die edlen Narzissen,
Die Zierden der Wiesen,
Die schön' Hyazinten,
Die türkischen Binden.
Hüt' dich, schön's Blümelein!

Viel hundert tausend ungezählt,
Was unter die Sichel fällt,
Ihr Rosen, ihr Lilien,
Euch wird er austilgen,
Auch Kaiser-Kronen,
Wird er nicht verschonen.
Hüt' dich, schön's Blümelein!

Das himmelfarb'ne Ehrenpreis,
Die Tulipanen gelb und weiß,
Die silbernen Glocken,
Die goldenen Flocken,
Senkt alles zur Erden,
Was wird daraus werden?
Hüt' dich, schön's Blümelein!

Ihr hübsch Lavendel, Rosmarein,
Ihr vielfärbige Röselein.
Ihr stolze Schwertlilien,
Ihr krause Basilien,
Ihr zarte Violen,
Man wird euch bald holen.
Hüt' dich, schön's Blümelein!

Trutz! Tod, komm her, ich fürcht' dich nicht.
Trutz! Tu nur deinen Schnitt.
Werd' ich nur verletzet,
So werd' ich versetzet
In himmlischen Garten,
Auf den will ich warten.
Freu' dich, schön's Blümelein!

 

Die Gedanken sind frei

traditionell, um 1800

A

E

A

Die Ge

danken sind frei,

wer 

kann sie er

raten?

A

E

A

Sie 

fliehen vorbei

wie 

nächtliche

Schatten.

E

A

E

A

Kein 

Mensch kann sie

wissen, kein

Jäger er

schießen

D

A

E

A

mit 

Pulver und

Blei: Die Ge

danken sind

frei!

 

Ich denke, was ich will und was mich beglücket,
doch alles in der Still’ und wie es sich schicket.
Mein' Wunsch und Begehren kann niemand verwehren,
es bleibet dabei: Die Gedanken sind frei!

(3. Strophe in moll)

Und sperrt man mich ein im finsteren Kerker,
das alles sind rein vergebliche Werke.
Denn meine Gedanken zerreißen die Schranken
und Mauern entzwei: Die Gedanken sind frei

(4. Strophe wieder in Dur)

Drum will ich auf immer den Sorgen entsagen
und will mich auch nimmer mit Grillen mehr plagen.
Man kann ja im Herzen stets lachen und scherzen
und denken dabei: Die Gedanken sind frei!

Ich liebe den Wein, mein Mädchen vor allen,
sie tut mir allein am besten gefallen.
Ich bin nicht alleine bei meinem Glas Weine,
mein Mädchen dabei: Die Gedanken sind frei!
 

Vom Truge

Faun (2002)

Vor- und Zwischenspiel:

3/4

am

dm

am

E

am

am

dm

am

E

am

Warum

bin ich

nicht der

Rasen,

der em

pfängt in

schöner

Nacht

meine

Schäfe

rin zum

Schlafe,

den die

Liebe

wohl be

wacht?

C

G

am

E

Warum

bin ich

nicht die

Brise,

streichelnd

über

ihren

Bauch,

am

dm

am

E

am

unter

ihrem

Fuß die

Wiese,

und in

ihrem

Mund der

Hauch?

Warum bin ich nicht die Welle,
die im Schoße sie empfängt,
warum bin ich nicht die helle
Kette, die sie um sich hängt?
Warum bin ich nicht der Spiegel,
der ihr schönes Antlitz zeigt,
ihren Augen dieses Siegel
ihrer Pracht entgegenneigt?
Warum bin ich nicht die Laute,
über die ihr Finger schwirrt?
Zärtlich klingt mir die vertraute
Stimme, die das Herz verwirrt.
nur ein Zupfen dieser Schönen
nähme mich sogleich hinfort
alle meine Saiten tönen,
mit den ihren im Akkord.
Warum bin ich nicht die Spindel,
könnte immer bei ihr stehn,
und in einem süßem Schwindel
würde ihre Hand mich drehn?
Warum bin ich nicht der Roggen,
den sie feuchtet mit dem Mund?
Ich wär' nie verdorrt und trocken,
wäre glücklich und gesund.
Warum kann ich nicht im Fluge
eines Traums ihr Herz erstehn,
warum kann ich nicht vom Truge
in die Wahrheit übergehn?
Aber Ehrgeiz hat auf Erden
meine Brust zu stolz geschwellt.
Denn alles möcht' ich gerne werden,
alles was ihr wohl gefällt.
Denn alles möcht' ich gerne werden,
alles was ihr wohl gefällt.

Taverne zu Armunia

download (MP3) feat. Sir Fred from Isle of Man an den E-Gitarren

Musik: Eagles, "Hotel California" (1976),
Text: Uwe R. Hoeppe (2014)

bm

F#

Auf einer staubigen Straße,

die Stiefel voller Sand,

A

E

trug es sich zu, dass ich am Wegesrand eine

einsame Herberge fand

G

D

Meine Knochen war'n müde

und die Luft wurde kalt

em

F#

Die Kehle trocken und der Magen leer,

also machte ich Halt

Ich trat durch die Türe __ in den Schankraum hinein
Die Gestalten an den Tischen warfen Schatten im Kerzenschein
Der Wirt holte stumm eine Leuchte __ hinter der Theke hervor
Mir war, als ob ich Stimmen hörte, __ die mir raunten ins Ohr:

 

G

D

Will

kommen in der Taverne zu Ar

munia

 

F#

bm

den rechten

Weg du nahmst, als du

zu uns kamst

 

G

D

Ge

nieße die Taverne zu Ar

munia,

 

em

F#

Lass alle

Sorgen los, ruhe in

unserm Schoß

Ohne ein Wort zu sagen __ ging er die Treppe hinauf
Ich war zu müde um zu fragen, und so folgte ich seinem Lauf
Als ich mich wenig später in einem Schlafgemach wiederfand,
sank ich wie Blei in die Kissen und fühlte, __ wie der Sinn mir schwand

Als ich später erwachte, fehlte __ mir jedes Gespür
wie lange ich wohl geschlafen hatte, __ und so ging ich zur Tür
Doch ich fand sie verschlossen, __ und während ich daran zog,
hört' ich wieder diese Stimmen flüstern, __ wie ein eisiger Sog:

Willkommen in der Taverne zu Armunia,
Wir sind so dankbar, dass du uns gefunden hast
Verweile in der Taverne zu Armunia,
Solch ein schöner Ort, du gehst hier nie mehr fort

Als die Tür krachend nachgab, stürzte ich auf den Gang
draußen herrschte noch Dunkelheit, und ich lief an der Wand entlang
Die Luft wie gefroren und der Atem wurde mir knapp
weiß ich kaum, wie ich die Treppe erreichte, __ und ich wankte hinab

In der Gaststube unten __ saßen kauernd im Kreis
entstellte Gestalten um ein zitterndes Irrlicht so weiß
Als ich strauchelte rückwärts, __ drehten diese zu mir
leere Augenhöhlen ohne Furcht, aus denen strömte blinde Gier

Willkommen in der Taverne zu Armunia,
Siehst du's auch selber nicht: Wir erlösen dich
Gefangen in der Taverne zu Armunia,
Du linderst uns're Not, dienst uns sogar im Tod

Ich kann mich grad' noch entsinnen: __ Ich stürzte durch die Tür,
floh um mein Leben in die Nacht hinaus und ließ all meine Habe dafür
Und in frühester Dämmerung, __ als die Sonne erwacht',
schlug ich besinnungslos am Boden auf und mir schien, als ob jemand lacht

Willkommen in der Taverne zu Armunia,
Du wirst wiederkehr'n, du kannst dich nicht erwehr'n
Gebunden an die Taverne zu Armunia,
Selbst wenn die Welt zerbricht, Du entkommst uns nicht!

Ich kann unmöglich sagen, __ wie lange ich so lag
aber als ich wieder zu mir kam, __ war es helllichter Tag
Ich erkannte die Stelle, __ an der die Herberge stand
Doch kein Zeichen von dem Mauerwerk, das ich gestern hier noch fand

So raffte ich mich zusammen, __ die Stiefel voller Staub
Die Kehle trocken und der Magen leer, meine Zunge war ledrig und taub
Vom Durste getrieben blieb ich an einem Wasserloch steh'n
Ich kniete nieder um zu trinken, doch kein Spiegelbild war zu seh'n

Wenn der letzte Drache fliegt

Musik: America, "The Last Unicorn" (1984), {Capo 3rd fret}

Text: Uwe R. Hoeppe (2013)

 

am

 

F

G

Einst vor

langer, langer Zeit

schien So~

lania ver~

loren: Es

waren

Menschen, die im Streit

einen

Krieg heraufbe~

schworen

 

am

em

F

C, em7

Und so

zogen in die

Schlachten Zehn~

tausende und

mehr

 

F

C

F

G (G5)

zu er~

schlagen ihre

Brüder ohne

Hoffnung auf Wieder

kehr

 

C

am

F G

am

Nimmer~

mee~

eehr, nimmer~

meeee~

eehr

 

em

F

G

 

 

Und so kam ein junger Fürst
reinen Herzens und voll Güte
zu dem reiflichen Entschluss, dass man
sich so vergeblich mühte.

Denn er wusste: Ohne Hilfe
wär' das Land schon bald verlor'n;
und die Drachen anzuflehen
hat er sich deshalb geschwor'n.

So zog er aus, zog er aus...

Dieser Mann hieß Lothrian,
der sein Leben so riskierte
für das Land Solania,
das er über alles liebte.

In einer finst'ren Felsenspalte
er einen Höhleneingang fand,
aus dem tiefes Grollen schallte
und sich ein Pfad ins Dunkel wand.

Er stieg hinab, stieg hinab...

Als er tapfer vorwärts schritt
durch Gewölk und heiße Schwaden,
an der Hitze er so litt, dass er
seiner Rüstung musst' entsagen

Und als alles schien vergeblich,
als den Weg er hatt' verlor'n,
da drang ihm eine Stimme
aus dem Dunkel an die Ohr'n:

"Du kannst nicht vorbei, nicht vorbei..."

Aus dem Dunkel schien ein Feuer
auf ein schuppiges Gesicht;
aus den Nüstern stoben Funken,
und ein Drache trat ins Licht

wie Zauberei, Zauberei...

Dieser Drache war der Runark,
und er lauschte sehr verwundert
dieses Menschen seltsam' Vortrag
und er fühlte sich ermuntert

dessen Wagemut zu ehren
und sein Flehen zu erhör'n
ihm zu helfen, sich zu wehren
bevor Solania sie verlier'n

„Steh uns bei, steh uns bei..."

Doch dem Runark war bewusst, wie leicht
die Menschen sich belügen, sprach:
„Euer Leben ist verwirkt,
solltet ihr jemals uns betrügen!"

Und der Jüngling ohne Zögern
seine Seele bot als Pfand,
sollten nur die Drachen helfen
zu erretten unser Land

„Dies sei mein Eid, mein Treueeid..."

So bewegt war da der Runark
von des Menschen nobler Treue
dass nach reiflich Überlegung
er die Warnung sprach aufs Neue

und versicherte dem Jüngling
die Drachen würden mit ihm sein
an dem Tag, an dem sie streiten
um Solania zu befrei'n

„Wir sind dabei, sind dabei..."

So zerschmetterten sie schnell
Lothrians entschloss'ne Feinde;
Der Drachen Feuer brannte hell
Und das Land selbst, so schien es, weinte

Denn die Leiber auf dem Schlachtfeld,
dicht an dicht zusammengedrängt,
waren Bruder gegen Bruder
in rotem Tränenmeer ertränkt

Welch ein Schrei sich erhob, welch ein Schrei...

Als er sah den bitt'ren Sieg
den sie hatten so erstritten,
fiel Lothrian auf seine Knie, beklagte
den Schmerz, den alle litten

Und der Runark sprach zum Menschen:
„Sieh gut hin: Dein qualvoll Werk
soll euch hindern zu vergessen, dass wir
euch sehen von unserem Berg!

eure Barbarei, Barbarei..."

Und seit jener Zeit hat niemand je
einen Drachen mehr gesehen,
denn ihr Vertrauen ist verlor'n, sie werden
uns niemals wieder beisteh'n

Es ist vorbei, ist vorbei...

Denn wenn der letzte Drache fliegt,
ist Solania verloren
Wir Menschen werden schnell besiegt,
stehen sie je vor uns'ren Toren

Und so bleibt uns nur zu hoffen,
dass es niemals dazu kommt,
dass die Drachen wir verärgern
in ihrem Berg am Horizont

...so lang' sind wir frei, sind wir frei...

Bearbeitung © 2014 Uwe R. Hoeppe

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